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Das erste Kehrfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb nimmt den Testbetrieb auf
Ab Frühsommer verkehrt in Basel das erste Kehrfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb in Europa: Es heisst CityCat H2 und ist mit Wasserstoff betrieben. Das Fahrzeug wird nun während mehreren Monaten in der Praxis erprobt und verkehrt in der 2000-Watt-Pilotregion Basel im Rahmen des Projekts „Erlebnisraum Mobilität“ sowie in weiteren Schweizer Städten.
Die CityCat H2 wurde von der Empa und dem Paul Scherrer Institut (PSI) gemeinsam mit dem Kommunalfahrzeughersteller Bucher Schörling, dem Brennstoffzellen-Systemanbieter Proton Motor Fuel Cell GmbH, dem Elektroantriebshersteller Brusa Elektronik AG sowie dem Wasserstofftankstellenhersteller und Wasserstoffanbieter Messer (Schweiz) AG entwickelt. Weiter tragen Energie- und Umweltfachstellen des Kantons Basel Stadt und der Stadt St. Gallen sowie Novatlantis, ein Nachhaltigkeitsnetzwerk im ETH-Bereich, zum Projekt bei. Die Kombination von „sauberem“ Wasserstoff und effizienten Brennstoffzellen-/Elektro-antrieben ist aus klimatechnischen und lufthygienischen Gründen sehr interessant und wird deshalb von der Automobilindustrie als eine Möglichkeit für zukünftige Fahrzeugantriebe intensiv erforscht. Ziel des CityCat H2-Projekts ist es, die Brennstoffzellentechnologie vom Labor auf die Strasse zu bringen. Dabei sollen Praxiserfahrungen mit einer möglichen Anwendung gesammelt und das Betriebs- und Alterungsverhalten unter verschiedenen Einsatzbedingungen untersucht werden. Das Projektfahrzeug beruht auf einer Kompaktkehrmaschine des Typs CityCat 2020 von Bucher Schörling und verfügt über einen Brennstoffzellen-Hybrid-Antrieb. Der bestehende Dieselmotor wurde durch ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellensystem ersetzt, da sich Kehrmaschinen wegen ihrer konstanten Fahrweise sehr gut für derartige Antriebe eignen. Neben den betrieblichen Überlegungen ist ein Konzept entwickelt worden, um die Sicherheit bei Störungen, Fehlmanipulationen oder Unfällen zu gewährleisten. Mit dem wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellensystem konnte der Energieverbrauch des Fahrzeugs trotz Mehrgewicht deutlich reduziert werden. Für die Anwendung in einem Kommunalfahrzeug stellt die gewählte Brennstoffzellen-/Batterie-Hybridlösung die energieeffizienteste Antriebsmöglichkeit dar. Damit diese neuen Technologien in das bestehende Design verpackt werden konnten, führte Bucher Schörling umfangreiche Packagingstudien und -optimierungen durch. Neben seiner eigentlichen Aufgabe, der Strassenreinigung, dient das Fahrzeug während der 18-monatigen Praxiserprobung auch als Forschungsobjekt für verschiedene Expertenteams. Einerseits wird die Technologie auf den Prüfstand gestellt, unter anderem die durch den Praxisbetrieb resultierende Bauteilalterung. Auch das für die Auslegung der Antriebs-komponenten entwickelte Längsdynamikmodell soll validiert werden. Anderseits begleitet eine Arbeitsgruppe den Einsatz des Fahrzeugs in nicht-technischer Hinsicht und untersucht die sozioökonomischen Aspekte: Dabei geht es um Fragen wie die Akzeptanz von Wasserstoff als Fahrzeugtreibstoff oder um marktwirtschaftliche Überlegungen. |
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